26DSMM 2017Das Sachsen-Anhalt-TeamDie 26. Deutsche Senioren-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände ging nach einwöchigem Verlauf am 1. Oktober 2017 zu Ende. In meist hart umkämpften Auseinandersetzungen zwischen den Favoriten holte sich Baden I den Titel vor Hessen und Württemberg I hauchdünn nach Wertung.

(Siehe den Abschlussbericht des Hauptturnierleiters Gerhard Meiwald.

Mit dem Ahorn Hotel am Lübbesee in Templin fand das Turnier zum zweiten Mal nach 2013 eine attraktive Austragungsstätte. Das anhaltend freundliche Herbstwetter sorgte zusätzlich für gute Stimmung unter den Teilnehmern und ihren Begleitpersonen. Leider spiegelte sich das nicht hinreichend im Abschneiden unserer Landesvertretung wider.

Die Probleme begannen schon bei der akribischen und langfristigen organisatorischen Vorbereitung durch unseren Seniorenreferenten. Seine Bemühungen um die günstigsten Voraussetzungen für die Teilnahme und Repräsentation des LSV Sachsen-Anhalt durch zwei spielstarke Mannschaften fanden nicht den erhofften Widerhall. Neben Absagen einer Reihe von Wunschkandidaten gab es Rückzüge aus persönlichen Motiven. Dr. Günter Reinemann selbst musste aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig auf seine Teilnahme verzichten. So gelang nur noch die Aufstellung eines Teams, das mit Heinz Liebert, Dr. Gerhard Köhler, Heinz Schultheis, Dr. Hans Werchan und Helmar Liebscher an den Brettern 1-4 (plus Einwechsler) besetzt werden konnte.

Unter 26 angereisten Mannschaften nahm das Team den Ranglistenplatz 13 ein. Dadurch erhielten wir zum Auftakt die auf dem letzten Platz gelistete Mannschaft Rheinland-Pfalz 2 zum Gegner. Mit dem 3,5:0,5-Sieg gelang ein guter Einstieg, mit dem wir auch den zwangsweise daheimgebliebenen Patienten Günter erfreuen konnten. Jedoch schon am nächsten Tag gab es gegen die zähen Sachsen eine vermeidbare 1,5:2,5-Niederlage ohne Brettsieg bei einem Partieverlust durch den Kapitän Hans. Es folgte eine weitere knappe Niederlage in gleicher Höhe gegen einen der Titelaspiranten Nordrhein-Westfalen 1. Hierbei gelang Heinz Schultheis ein feiner Sieg gegen Helmut Hassenrück, der durch den Verlust des „Debütanten“ Helmar Liebscher (Hans pausierte wegen einer Trauerfeier in Berlin) gegen Altmeister Erich Krüger und den unglücklichen Partieverlust Gerhard Köhlers in verheißunsvoller Stellung gegen Boris Khanukov überkompensiert wurde. Heinz Liebert wehrte dagegen alle Gewinnversuche des mehrfachen Seniorenmeisters Jefim Rotstein erfolgreich ab.

In der vierten Runde gelang gegen Hamburg ein am Ende gerechtes 2:2. Während Heinz Schultheis eine Auszeit bekam, erreichten der andere Heinz und Helmar jeweils Remis. So blieb es Gerhard überlassen, mit einem Brettsieg den durch einen Eröffnungsfehler verursachten Partieverlust von Hans wettzumachen. Anderntags revanchierte dieser sich mit einem leichten Sieg am letzten Brett im Spiel gegen Schleswig-Holstein 2. Es sollte der „Matchpoint“ gegen die mit drei Remisen in den Restpartien harten Widerstand leistenden Küstenbewohner werden: knapper 2,5:1,5-Erfolg. Aber schon in der nächsten (vorletzten) Runde kam eine weitere steife Brise aus dem Norden auf uns zu, die dritte in Folge diesmal in Gestalt des Teams Schleswig-Holstein 1. Dabei mussten wir leider auf den Einsatz von Gerhard verzichten, der wegen anderweitiger Verpflichtungen bereits abgereist war.

Während die Begegnung Salow-Liebert am Spitzenbrett erwartungsgemäß mit Remis endete, wurde in den übrigen Partien bis zur Entscheidung gekämpft. Nachdem Helmar dank guter theoretischer Vorbereitung seinen Gegner systematisch überspielte und damit den sich frühzeitig anbahnenden Harakiri von Hans ausgleichen konnte, hing alles vom Ausgang des Duells am zweiten Brett ab.

Dort gelang es Heinz Schultheis, gegen den Seniorenmeister von 2015 Boris Gruzman eine klar vorteilhafte Stellung aufzubauen. Dieser verteidigte sich jedoch umsichtig und suchte selbst die Iniative, so dass ein zähes Ringen um den Sieg entbrannte. Der Tag wurde unglücklich gegen uns entschieden, als Heinz durch ein übersehenes Schachgebot einen Läufer einbüßte: 1,5:2,5!

So sahen wir uns vor der letzten Runde aller Chancen beraubt, noch um Plätze oberhalb unseres Startlistenranges mitkämpfen zu können. Das erleichterte unseren einvernehmliche Entscheidung, uns mit dem Endrundenpartner Sachsen 2 frühzeitig auf einen Friedenschluss zu verständigen.

Mit (nur) 6 Mannschafts- bei 14,5 Brettpunkten belegte Team Sachsen-Anhalt den Endrang 19. Im Einzelnen erzielten Heinz Liebert 3,5 Punkte aus 7 Partien, Gerhard Köhler 3/5, Heinz Schultheis 3,5/6, Hans Werchan 2,5/6 und Helmar Liebscher 2/4. Neben der souveränen Vorstellung von Heinz am Spitzenbrett (7 Remis!) überzeugten Gerhard ebenso wie Heinz S. durch solide Leistungen auch in komplizierten Situationen. Letzterer hatte im Aufstellungs- und Ansetzungspoker den kleinen Vorteil, fünfmal mit Weiß spielen zu dürfen, während der zum Teil ziemlich unglücklich agierende „Kapitän“ Hans umgekehrt fünfmal die schwarzen Steine verwaltete. Schließlich erfüllte Helmar als Nachrücker die in ihn gesetzten Erwartungen voll. Natürlich war das Fehlen Gerhard Köhlers in den beiden Schlussrunden für unser gut harmonierendes Team ein fühlbarer Qualitätsverlust.

Wir grüßen Günter Reinemann herzlich mit allen guten Wünschen und der Hoffnung, dass er schon bald wieder seine gewohnten Aktivitäten aufnehmen kann.

Hans Werchan

 

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