martin gert gnter anton heinzMit Betroffenheit und tiefer Trauer erhielten wir die Nachricht, dass am 22. Dezember 2017 unser langjähriger Geschäftsführer und Landestrainer sowie Organisator vielfältiger herausragender nationaler und internationaler Turniere, FIDE-Meister Anton Csulits, im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Leider hatte sich in den letzten sieben Jahren sein Gesundheitszustand auf Grund seiner schweren Erkrankung zunehmend verschlechtert. Wir trauern um einen begnadeten Schachspieler, Trainer und Organisator. Wir trauern um einen liebenswürdigen Menschen! Ein letztes Bild, aufgenommen am 06. April 2017 (nach seinem Geburtstag am 03. April 2017), zeigt ihn im Kreise von Schachfreunden des USV Halle und RW Treuen (von links Martin Keydel, Gert Kleint, Dr. Günter Reinemann, Anton und IM Heinz Liebert). Es ist nicht so einfach, um an dieser Stelle seine eigene Entwicklung und die besonderen Verdienste für den Landesschachverband und seinen Verein angemessen zu würdigen:

16 Jahre (von 1991 bis 2007) war Anton Csulits sehr erfolgreich als Geschäftsführer und Landestrainer des Landesschachverbandes Sachsen-Anhalt tätig. Darüber hinaus nahm er, schon beginnend in den 70er Jahren, verschiedene Leitungsfunktionen der damaligen Sonder­liga­mannschaft von Buna Halle bzw. der Nachfolgevereine bis hin zum USV Halle wahr.

Anton erlernte mit fünf Jahren 1947 das Schachspielen und wurde bereits 1959 Jugendmeister der DDR. Schnell avancierte er in die Elite des DDR-Schachs und spielte 1962 die erste von insgesamt fünf DDR-Meisterschaften (1962 – Gera; 1963 – Aschersleben; 1965 – Annaberg-Buchholz; 1967 – Colditz und 1971 – Straußberg) mit. Seine beste Platzierung erreichte er 1967 in Colditz mit einem 4. Platz. FIDE-Meister wurde er 1986 nach einem Turnier in Ungarn mit ELO 2345!

Im Laufe der 70er Jahre übernahm er das Amt des Mannschaftsleiters der Sonderligamannschaft von Buna Halle bzw. Buna Halle-Neustadt. Mitglied derselben war er von 1960 bis 1990. Dort spielte er mit so bekannten Spielern, wie GM Dr. Burkhard Malich, IM Heinz Liebert, IM Günther Möhring, Dr. Jürgen Mädler, GM Lutz Espig, IM Hans-Ulrich Grünberg, GM Uwe Bönsch und Wolfgang Dietze zusammen. In der Saison 1990/1991 schnupperte er fränkische Luft bei der Bundesligamannschaft von Bamberg und spielte seit 1991/1992 wieder mit dem halleschen Team in der 1. Bundesliga. Danach spielte er ununterbrochen bis 2010/11 mit dem USV Halle in der 2. Bundesliga (bis 1996/1997) bzw. in der Oberliga Ost. Ab 2002 spielte er als Senior und wurde mit Sachsen-Anhalt Deutscher Meister 2005 in Sottrum, 2006 in Bad Blankenburg und 2009 in Finsterbergen. 2010 wurde er mit dem USV Halle Landesmeister. Nach seinem gesundheitsbedingten Umzug in seinen Heimatort Treuen hat er von September 2011 bis Dezember 2016 im dortigen Verein weiter gespielt.

Parallel zu seiner aktiven Schachlaufbahn erwarb Anton Csulits sich herausragende Verdienste bei der Organisation von Schachturnieren in seiner Wahl-Heimatstadt Halle. Von 1967 bis 1987 fanden jährlich die internationalen Frauenschachturniere der BSG Buna Halle-Neustadt statt. Außerdem übertrug in den Jahren 1974, 1976, 1978, 1981 und 1984 der damalige Schachverband der DDR die Organisation und Durchführung eines Internationalen Großmeisterturniers an den Verein BSG Buna Halle-Neustadt, in dessen Sektionsleitung Anton Csulits viele Jahre mitwirkte. Anton Csulits war stets Mitglied im Organisationskomitee bzw. in den 80ger Jahren selbst der Turnierleiter.

Seine Tätigkeit als Geschäftsführer und Landestrainer des LSV nahm er 1991 nach einem erfolgreichen Bewerbungsverfahren auf. Dort ragen insbesondere seine Aktivitäten und Ergebnisse für die Ausrichtung von Meisterschaften im internationalen und nationalen Maßstab sowie als Trainer der Frauen-Bundesligamannschaft von USV Volksbank Halle hervor. Seinem persönlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass folgende bedeutende Schachveranstaltungen in Sachsen-Anhalt stattfanden:

1995: Weltmeisterschaft der Junioren in Halle

2000: Finale des Europa-Cups der Frauen-Landesmeister in Halle

2001: Deutsche Senioren-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände in Halle

2004: Senioren-Einzel-Weltmeisterschaft in Halle

2004: Offene Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaft in Osterburg

2005: Deutsche Frauen-Schnellschachmeisterschaft in Halle

2006: Deutsche Frauen-Schnellschachmeisterschaft in Halle

2006: Deutsche Einzelmeisterschaft der Männer in Osterburg

2007: Deutsche Einzelmeisterschaft der Frauen in Osterburg

2007: Deutsche Senioren-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände in Halle

2011: Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft in Halle

Sehr erfolgreich war und ist auch seine Tätigkeit mit der Frauen-Bundesligamannschaft von USV Volksbank Halle. 1997 und 2000 wurde die Mannschaft Vizemeister und 2006 Dritter. 2007 und 2010 wurde dann der Bann gebrochen und der Titel errungen.

Anton Csulits wurde im Zusammenhang mit seinem „65sten“ Geburtstag und dem Ausscheiden aus seinen Funktionen Ende April 2007 für seine erfolgreiche Tätigkeit für den Landesschachverband Sachsen-Anhalt mit der Ehrennadel des Landessportbundes in GOLD ausgezeichnet. Anton wurde darüber hinaus mit der Ehrennadel des Landesschachverbandes in GOLD sowie der Ehrennadel des USV Halle ausgezeichnet. Eine besondere Würdigung seiner nationalen Leistungen erfolgte 2010 im Rahmen der Festveranstaltung „20 Jahre Landesschachverband Sachsen-Anhalt“ mit der Auszeichnung der Silbernen Ehrennadel des Deutschen Schachbundes.

Es gäbe noch vieles anderes Positives über das schachliche Wirken von Anton zu berichten, was aber über den Rahmen des Beitrages hinausgehen würde. Nur so viel sei noch erwähnt, dass er von 1969 bis 1983 eine AG Schach an der Goethe-Schule in Halle leitete, dass er seit 1991 „B-Trainer“ und seit 1994 Nationaler Schiedsrichter ist. Hervor zu heben ist auch seine Tätigkeit an der Kinder- und Jugendsportschule Halle, wo er zahlreiche Talente in ihrer schachlichen Entwicklung unterstützte.

Leider war Anton Csulits seit sieben Jahren schwer erkrankt. Die Krankheit hat ihm in den letzten Jahren so zugesetzt, dass ihm das Ausüben seines geliebten Schachsportes nur noch schwierig möglich war. Die Schachfreunde des USV Halle haben ihn in den letzten Jahren regelmäßig in Treuen besucht. Ebenfalls betreuten ihn regelmäßig Schachfreunde aus Treuen. Das Präsidium und der Hauptausschuss des Landesschachverbandes sowie die Sektionsleitung des USV Halle sind ihm zu großen Dank verpflichtet und werden sein Andenken in Ehren halten.

Dr. Günter Reinemann, Ehrenpräsident des Landesschachverbandes

Andreas Domaske, Präsident des Landesschachverbandes Sachsen-Anhalt

Helmar Liebscher, Sektionsleiter USV Halle

DSEM2018

NVM2018

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