Zu den letzten beiden Spielen ging es für die Löberitzer Frauen in der 2. Frauenbundesliga nach Thüringen. Zeulenroda war der verschneite Zielort. Die letzten Runden schon am Jahresanfang zeugen von keiner optimalen Spielplanung des Deutschen Schachbundes.

Mit nach Thüringen reisten Thomas Richter, GM Alexander Naumann, Norman Schütze mit Sohn Lukass und der Berichterstatter.
Den ersten Platz und den damit verbundene Aufstieg in die 1. Bundesliga konnten die Löberitzer nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Schuld war der Ausrutscher im November gegen Leipzig-Lindenau. Deshalb wurde, auf Tabellenplatz 3 liegend, der Vizerang ins Visier genommen.

Nach einem 5:1-Auftaktsieg gegen die junge Mannschaft MTV Saalfeld sah noch alles gut aus, denn der derzeitige Tabellenführer Zeulenroda verlor im Parallelspiel gegen den Bundesligaabsteiger Allianz Leipzig. Damit standen die Leipziger zwar noch nicht rechnerisch, dafür aber faktisch als Meister und Aufsteiger fest. Zu homogen ist deren Mannschaftsgefüge.

Die Löberitzer Frauen brachten an all ihren Brettern die von ihnen erwarteten Leistungen.
Der Abend war gesichert. In großer Runde und mit Ausnahme von Lukass wurde der Geburtstag der Mannschaftsführerin Rebekka mit einem Tag Verspätung im noblen Seehotel nachgefeiert. Ihr und Dana, die sich vor Ort offiziell als Ministerin verabschiedete, unseren herzlichsten Dank. Da machte es auch nichts, wenn Gregor Gysi ab und an freundlich gelaunt durch den Saal marschierte.

Am anderen Tag sollte es dafür umso härter werden. Gegen Gastgeber SC Zeulenroda musste eine knappe und vermeidbare 2,5:3,5-Niederlage hingenommen werden. Gekämpft wurde trotzdem und der Doppelpunkt für Zeulenroda war am Ende auch verdient.
Sicherlich lag es nicht darin, dass die Geburtstagsfeier zu lange ging, sondern dass kein Mannschaftsfoto gemacht wurde. Aus der Niederlage gegen Leipzig-Lindenau wurde nichts gelernt, denn da geschah der Fehler ebenfalls.

Im zweiten Spiel überraschte der Tabellenletzte Saalfeld und bot den Allianz-Überfliegern lange Paroli. Doch diese junge Mannschaft kann, wenn sie zusammen bleibt und an sich arbeitet, noch viel erreichen.

Vor dem Spiel gab der Schiedsrichter Albrecht Beer bekannt, dass er das letzte Mal ein Frauenpunktspiel leiten würde und auch die Auftritte bei den Männern sind schon genau abgezählt. Er wird bald 80 und geht bewusst und bei voller Gesundheit in den wohlverdienten "Schiedsrichterruhestand". Deshalb auch an dieser Stelle unseren Dank für sein stets freundliches Auftreten während seiner langen Tätigkeit.

Den 1. Platz belegte SV Blau-Weiß Allianz Leipzig vor Zeulenroda und Löberitz. Die Leipzigerinnen steigen dadurch direkt wieder in die 1. Bundesliga auf. Für Löberitz bleibt die Genugtuung, dass sie als einzige Mannschaft den Leipzigerinnen im Dezember im heimischen Schachclub in Löberitz ein Unentschieden abtrotzen konnten.

Der 3. Platz ist gegenüber dem Vorjahr sicherlich ein Erfolg, auch wenn immer mit dem Vizerang geliebäugelt wurde. Die Zeit war einfach noch nicht reif.
Vier der Löberitzer Frauen, und zwar Großmeisterin Olga Babyi, Nadine Naumann, Rebekka Schuster und Großmeisterin Dana Reizniece-Ozola, schafften es in der Liga unter die zehn besten Spielerinnen. Olga und Dana sogar mit einigen Spielen weniger!

Auf alle Fälle haben sich alle Spielerinnen dazu bekannt, im kommenden Jahr noch einmal den Angriff auf den 1. Platz zu probieren. Hier müssten die Frauen in der nun für sie teilweise wettkampflosen Zeit die eine oder andere Gemeinsamkeit in ihren Terminkalender einflechten. Ein Einsatz als Frauenteam bei den "Löberitzer Schachtagen" Ende Juni böte sich erst einmal problemlos und ohne Kosten an.

Dank auch an den Gastgeber SC Rochade Zeulenroda um Mannschaftsleiterin Diana Skibbe. Ein schönes Spiellokal und ein reichhaltiges Angebot von Speisen und Getränken ließen die Zeit für die vier teilnehmenden Mannschaften wie im Fluge vergehen. Manch einem hat das Ambiente in Zeulenroda so gefallen, dass am Sonntagabend gleich noch eine Tour dorthin unternommen wurde. Das Leben bleibt spannend. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Abschlusstabelle

Konrad Reiß
SG 1871 Löberitz

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